18. Kapitel

Jesus Christus, Gottes Sohn, spricht: „Die Goldene Schrift sagt, dass manche, um das Tabernakel in der Wüste zu schmücken, Gold, Silber und edle Steine opferten, andere Ziegenfelle und Ziegenhaar für das Zelt, und dass alle diese Opfergaben Gott wohlgefällig waren, je nach der Einstellung und dem Willen des Opfernden.

So ist es auch mit den Gebeten und Lesungen der Gläubigen. Manche, die von der Liebe zur Welt gelöst sind, opfern Gott das reinste Herz, ganz klar und reines Gold; andere, die vom Geist der göttlichen Weisheit entzündet sind, reden und singen Worte der göttlichen Weisheit, die wie lauteres Gold sind; andere können kaum das Vaterunser und opfern doch Gott mit ihrem reuevollen Herzen und mit ihren bußfertigen Taten in vollkommenem Vertrauen das wenige, was sie wissen und können, was mit Ziegenhaar vergleichbar ist. Alle diese gefallen mir in ihren Gebeten, wenn die Absicht und der Wille gut sind.

Deshalb: Wenn es für Priester, die an Jahren fortgeschritten sind, schwer ist, das Gewohnte zu verlassen und neue Gebräuche anzunehmen, ist es ihnen gestattet, das Offizium von der Domkirche zu singen, in deren Stift das Kloster gelegen ist. Aber die Schwestern sollen keinesfalls das Offizium ändern, das ihnen vorgeschrieben ist.“